Warum veralgt meine Fassade?
Algen brauchen nichts weiter als Feuchtigkeit und Licht. Beides finden sie an gedämmten Häusern reichlich, deshalb sind Algen und Pilze oft schon nach wenigen Jahren da. Putz und Farbe sind dann meist noch völlig in Ordnung. Für einen neuen Anstrich ist es zu früh.
Eine grüne Fassade ist kein Zeichen von Nachlässigkeit
Erst ist es nur ein grüner Schleier an der Wetterseite. Ein paar Jahre später zieht sich der Bewuchs über den Sockel, unter die Fensterbänke, in jede Ecke, und die Nachbarschaft sieht es auch.
Etwa neun von zehn Verschmutzungen an Hausfassaden sind organisch, also Algen, Pilze und Flechten. Die brauchen kein schmutziges Haus, sondern Feuchtigkeit, Licht und eine raue Oberfläche. Genau das bietet moderner Fassadenputz.
Besonders auffällig wird es an der Nordseite, an Giebeln ohne Dachüberstand und an Wänden, vor denen Bäume oder Sträucher stehen. Dass Häuser aus den Achtzigern oft länger sauber blieben als Neubauten, hat einen bauphysikalischen Grund. Er ist der erste von fünf.
Fünf Ursachen, die wir an fast jedem Objekt wiederfinden
1. Wärmedämmung verschiebt den Taupunkt
Gedämmte Häuser halten die Wärme drinnen. Der Putz außen bekommt davon nichts mehr ab und kühlt nachts stark aus. Morgens steht Tauwasser darauf, und es trocknet nur langsam ab. Genau davon leben die Algen. Das ist kein Baufehler, sondern die Kehrseite einer gut gedämmten Hülle.
2. Fehlender Dachüberstand und Schlagregen
Ein weiter Dachüberstand hält den größten Teil des Regens von der Wand fern. Heutige Baukörper sind oft bewusst kantig gestaltet, mit sehr knappem oder gar keinem Überstand. Die Fassade wird dadurch bei jedem Westwind vollflächig nass. Man sieht das gut an Häusern, bei denen nur die wetterzugewandte Seite befallen ist.
3. Beschattung durch Bewuchs
Bäume, Hecken und Sträucher dicht an der Wand halten die Fassade nach Regen oder Tau länger feucht, weil Sonne und Wind sie nicht abtrocknen. Wo der Nachbarbaum den Giebel beschattet, wächst der Bewuchs regelmäßig schneller als zwei Meter weiter rechts.
4. Lage des Objekts
Grenzt das Grundstück an Felder, Wiesen oder ein Gewässer, ist die Luft dauerhaft feuchter und trägt mehr organisches Material heran. Am Ortsrand und in Alleinlage kommt der Bewuchs schneller und dichter als in geschlossener Bebauung.
5. Luftqualität: die Ursache, die alle überrascht
Saubere Luft begünstigt den Befall. Das klingt zunächst verkehrt, zeigt sich aber an fast jedem Objekt: Auf dem Land ist der Bewuchs häufig stärker als mitten in der Stadt.
Dazu kommt das Lüftungsverhalten. Dauerhaft gekippte Fenster lassen warme, feuchte Innenluft an der kalten Außenwand kondensieren. Daher die dunklen, oft fast schwarzen Bereiche, die man genau über Fensterstürzen sieht. Das ist kein Algenbefall, sondern schwarzer Schimmelpilz.
Was Hausbesitzer meistens zuerst probieren
Abbürsten und Gartenschlauch. Bringt eine oberflächliche Verbesserung. Weil der Befall mit seinen Zellen in den Poren des Putzes sitzt, bleibt der Bewuchs im Untergrund und ist nach wenigen Wochen zurück.
Hochdruckreiniger aus dem Baumarkt. Der punktuelle Strahl bringt genug Mechanik auf, um die Putzoberfläche aufzurauen oder die Armierung zu verletzen. Eine aufgeraute Fassade nimmt danach mehr Feuchtigkeit auf und veralgt schneller als vorher. Was kurzfristig hilft, verschärft das Problem also mittelfristig.
Chlorhaltige Hausmittel. Bleichen den Bewuchs, statt ihn zu entfernen. Die Fassade sieht kurz hell aus, das Grün kommt aber aus derselben Wurzel wieder. Außerdem gelangt das Mittel ungefiltert in Beet und Boden.
Neu streichen. Deckt den Bewuchs ab, beseitigt ihn aber nicht. Ohne fachgerechte Vorbehandlung arbeitet sich der Bewuchs durch die neue Schicht. Und ein Neuanstrich mit Gerüst ist die mit Abstand teuerste der vier Varianten.
Was eine fachgerechte Reinigung anders macht
Entscheidend ist die Reihenfolge: Erst löst ein auf Putzfassaden abgestimmtes Reinigungsmittel den Bewuchs bis in die Poren, dann werden die gelösten Verschmutzungen mit einer Breitstrahldüse aus großem Abstand abgespült. Der Druck auf der Wand bleibt dabei niedrig, vergleichbar mit einem Gartenschlauch, nur gleichmäßiger und auf eine viel größere Fläche verteilt. Die Reinigungswirkung kommt aus dem Reinigungsmittel, nicht durch den hohen Druck.
Zum Abschluss kommt ein transparenter Fassadenschutz auf die gereinigte Fläche. Er zieht in die Poren ein und erschwert die Neubesiedlung. Ohne diesen Schritt ist der Befall erfahrungsgemäß deutlich schneller zurück. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen einer Reinigung und einer Reinigung, die hält.
Erfahrungsgemäß bleibt eine geschützte Fassade vier bis sechs Jahre sauber. Wie lange das Ergebnis anhält, hängt vom Objekt ab: Nordseite, Bäume vor der Wand und fehlender Dachüberstand verkürzen die Zeit, eine sonnige Südfassade mit gutem Überstand verlängert sie.
Was mit dem Schmutzwasser passiert
Bei einer Fassadenreinigung fällt Schmutzwasser an. Einfach versickern lassen ist keine Option, weder für den Garten noch rechtlich.
Wir fangen das Wasser auf und bereiten es direkt am Objekt in unserer Aufbereitungsanlage im Fahrzeug auf. Das gereinigte Wasser geht zurück in den Kreislauf und wird für die weitere Reinigung wiederverwendet. Damit entfällt der Abtransport, der Frischwasserverbrauch sinkt deutlich, und die Abwasserbehandlung ist vorschriftsgemäß gelöst.
Auf der Verfahrensseite liegt ein kurzes Video dazu.
Woran Sie erkennen, dass sich eine Reinigung lohnt
- Die Verfärbung ist flächig und grün, grau oder schwarz, also organisch und nicht etwa eine abblätternde Farbschicht.
- Das Haus ist im Kern in Ordnung und soll nicht ohnehin in den nächsten Jahren energetisch saniert werden.
- Ihnen geht es um das Aussehen und den Werterhalt, nicht um einen Farbwechsel, denn die Farbe bleibt, wie sie ist.
Ist der Putz dagegen rissig, hohl oder löst sich, ist die Reinigung nicht das richtige Mittel. Das sagen wir bei der Besichtigung und legen dann auch keine Probefläche an.
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Wir reinigen eine abgegrenzte Fläche Ihrer Fassade, kostenlos und unverbindlich. Danach wissen Sie, ob sich eine Reinigung für Ihr Haus lohnt.
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